Ralf Friedrichs, The lesson today
Roman über einen Tag im Juli 1985
Mike nippte an seinem Glas – endlich mal in Ruhe einen Sekt zu Hause trinken. An Weihnachten war dies ausnahmsweise ohne Diskussionen möglich. Ansonsten gab es immer belehrende Töne von Manuela, wenn ihm einfach so, mitten in der Woche, nach einem Glas Wein oder einer gemütlichen Flasche Feierabendbier war. „Dabei hat die in den 80ern doch selbst ganz gut getankt“, erinnerte sich Mike an seine ersten Jahre mit seiner damals wirklich taffen, hübschen Manu. Seine Kumpels waren alle neidisch auf ihn gewesen, als er mit ihr im „Subway“ auftauchte, dem Kölner Jazz- und Diskokeller auf der Aachener Straße. Nicht wenige wollten ihm die „scharfe Braut“ ausspannen, gleich mehrere Versuche wurden gestartet … vor allem sein Freund Manni und die Jansen-Zwillinge Jan und Axel taten sich dabei hervor.
Ach nee, musste er unwillkürlich leise grinsen. Die Jansen-Zwillinge mit ihren roten Haaren, den vielen Sommersprossen und dem unverschämten Auftreten. Was waren das für schräge Vögel gewesen! Besonders auf der Rollschuhdisco fielen die beiden auf. Das waren regelrechte Akrobaten auf den Roller-Skates und ließen keine Gelegenheit ungenutzt, ihre Umwelt mit ihrem Können zu beglücken. Aber wehe, man traf sie ohne die Roller-Skates an, da verloren sie schlagartig all ihre Attraktivität.
Auch Mike war früher oft in der Rollschuhdisco gewesen, damals Mitte der 80er Jahre, gemeinsam mit den Jansens, Manni und ein paar anderen Kumpels. Er hatte sich zu einem sehr guten Läufer entwickelt, der sogar einige Tricks parat hatte. Besonders die Sprünge lagen Mike, weil er muskulöse Beine hatte und hoch abspringen konnte. Im letzten Sommer war er sogar mit Manu und den Kindern noch mit den Inline-Skatern durch die Gegend gefahren und hatte David und Jeanette mit seiner Laufsicherheit verblüfft. Die Sprünge traute er sich heute nicht mehr zu, erst recht nicht auf Inline-Skatern, die nun einmal anders zu laufen sind als die Roller-Skates.
„Was wohl aus den Jansen-Zwillingen geworden ist?“, dachte er jetzt. Anfang der 90er Jahre hatte er sie aus den Augen verloren. Sein Freund Manni hatte irgendwo mal gehört, dass sie nach Neuseeland ausgewandert waren. Vielleicht stimmte das ja, jedenfalls waren sie von der Bildfläche verschwunden. Vielleicht würde er ja mal bei Facebook nachforschen. „Egal, es war ´ne geile Zeit, damals, so ohne Verpflichtungen, Reihenhaus und Kindererziehung … dazu die starke Musik der 80er. Toll!“
Moment mal!!!!
Aaaaaaahhh!!!!!!
Was läuft denn hier ab? Das glaub’ ich nicht! Ich fass’ es nicht!
Erst mal aufstehen und noch mal richtig umsehen. Was liegt da auf dem Schreibtisch? Eine Digitaluhr, sie zeigt 7:26 Uhr. Meine Digitaluhr von vor über zwanzig Jahren. Ich drehe mich in alle Richtungen des Zimmers. Über der Tür erkenne ich die fluoreszierende „Kraftwerk“ Maxi-Single „Neon Lights“, die ich in den Umzugskartons schon so lange gesucht habe.
Aber warum stehe ich jetzt hier drin?
„Das … das kann nur, das muss ein Traum sein!“, sage ich laut. „Oder ist hier vielleicht das ‚Verstehen Sie Spaß‘-Team am Werk. Wo ist Frank Elstner? Hallo? Ok, komm’ raus und sag’ mir, dass das nur ein Spaß ist, den Manu angezettelt hat, um mich von meiner ‚Früher war alles besser‘-Manie zu heilen …!“
Ich gehe langsam zum Fenster, um den Rollladen hochzuziehen. An einer bestimmten Stelle klemmt er ein bisschen. Alles ist wie früher! „Hat mir jemand Drogen verabreicht und ich bin auf ’nem Trip?“
Ich habe den Rollladen nun ganz hochgezogen und bin baff. Kaum zu fassen, was ich hier sehe! Mein alter Fensterblick, alles liegt vor mir. Der Kirchturm in gefühlter Griffweite, die Birken vor dem Haus, die große Pfarrwiese vor der Kirche, auf der ich so oft Fußball gespielt habe als Kind, der Kirmesplatz und die Hauptstraße, an der ich gewohnt habe. Alles wie früher. Ich glaub´ es nicht!
Ich gehe Richtung Ausgangstür und öffne sie. Tatsächlich. Es ist unser alter Hausflur im Mietshaus,
in dem meine Eltern und ich damals gewohnt haben. Im Hausflur wurde immer die Zeitung abgelegt, die mein Vater abonniert hatte: der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Mal sehen … tatsächlich, die Zeitung liegt auf dem Treppenabsatz. Auf leisen Sohlen hole ich sie, schleiche mich wieder in mein Zimmer zurück und öffne die zusammengefaltete Zeitung. Mein Blick fällt auf die Überschrift: „Genscher verteidigt seine Außenpolitik“, dann auf die Randnotiz „Reagan will mit Militär gegen Terror vorgehen“ … und schließlich auf das Datum!
Die Zahlen und Buchstaben springen mir in die Augen
und fressen sich in mein Hirn. Dort steht:
Samstag, der 13. Juli 1985
Es ist 19:41 Uhr deutscher Zeit, als Freddie Mercury sich an ein bereitstehendes Klavier setzt und ein, zwei Töne anspielt, ein wenig am Verstärker einstellt und dann die ersten erkennbaren Laute erklingen lässt. Das Publikum in Wembley jubelt, hinter mir raunt man nur „Bohemian Rhapsody“ … Freddie bestätigt das. „Mama, life had just begun, but now I’ve gone and thrown it all away.” Das nun folgende „Mamaaaa, uhuhuhuhuuuu“ wird nicht nur von den Zuschauern in Wembley lauthals
mitgesungen, auch ich bin voll dabei … und mit mir all die anderen, die hier in „Gilbert’s Pinte“ um mich herum stehen. Eine erste Gänsehaut bildet sich …
Während der Song langsam aber sicher ausklingt, steht Freddie Mercury bereits vor seinem Klavier und zeigt mit seinen theatralischen Gesten, was für eine Rampensau er gewesen ist.
„Die hätten ja ruhig Bohemian Rhapsody ausspielen können, so einen Song muss man durchspielen“, besserwissert ein Mitgucker hinter mir nölend. Ich überlege kurz, ob ich seinen überflüssigen Kommentar mit einem griffigen „Schnauze halten“ kontern soll, beherrsche mich aber.
Die Gitarre Brian Mays geht unter, dafür erklingt der sattsam bekannte Anfang von Radio Ga Ga. Für eine Sekunde fällt mir Lady Gaga ein, die sich bei der Suche nach einem Künstlernamen von diesem Song inspiriert fühlte. Aber was interessiert mich diese überdrehte „Ich-mach-einen-auf-Madonna-in-jung-Else“, ich gebe mich lieber weiter Queen hin.
Freddie tänzelt inzwischen völlig losgelöst auf der Bühne herum, er nutzt dabei wie fast immer sein en Mikrofonständer, an dem die Füße abmontiert sind Dieses Gerät war ein unverzichtbarer Bestandteil seiner Bühnenshow und wurde als Tambourstock, Luftgitarre, Balanciergerät, manchmal gar als Phallus genutzt.
„… And everything I had to know, I heard it on my radio.”
Der Beginn von Radio Ga Ga, man wippt automatisch mit. Ich schaue mir Mercury genau an. Er trug oder trägt seinen Schnauzbart, der ihm aus meiner Sicht nicht sonderlich steht. Ansonsten hat er eine knallenge, helle Jeans an und oben rum ziert ihn ein weißes Feinripp-Unterhemd mit Rundausschnitt. Insgesamt tritt er modisch gesehen eher minimalistisch auf. In früheren Jahren war das anders, da trug er schon mal eng anliegende Einteiler in riesigen Schachbrettmusterformen. Da war auch eher noch Glam-Rock angesagt.
Aha, jetzt geht es los, er ist schon bei „All we hear is radio ga ga, radio goo goo, radio ga ga, All we hear is radio ga ga, radio blah blah …” Wir machen im „Gilbert’s“ das, was wohl alle jetzt machen. In Wembley, in ganz Großbritannien, wahrscheinlich auf der ganzen Welt. Bei „radio ga ga“ klatschen wir rhythmisch in die Hände, lassen Freddie „radio goo goo“ singen, um dann wieder alle synchron in die Hände zu klatschen, wiederholen das Szenario nach Freddies „radio ga ga“ und so weiter und so weiter. Im TV und im Stadion sieht das natürlich noch ein wenig gigantischer aus als bei uns paar Männlein: 80.000 Menschen hat Mercury da voll im Griff. Aber dennoch fühle auch ich mich in diesem Moment als Teil von Wembley, ja sogar als Teil der Musikgeschichte, die nach diesem Auftritt neu definiert und geschrieben werden musste.
So jedenfalls empfand und empfinde ich das!
Nach „someone still loves you“ deutet Freddie einen Luftkuss als Dank für die Massen an und beginnt wieder seine tänzerischen Einlagen. „Dem seine Energie spürst du durch das Fernsehen bis hierhin“, höre ich hinter mir eine weise Stimme sagen. Endlich mal einer mit Durchblick. Inzwischen arbeitet sich der charismatische Queen-Sänger zum zweiten Mal an den Refrain heran. „… had the power, You’ve yet to have your finest hour. Radio …” Das Szenario wiederholt sich, die Menge skandiert mit, wir natürlich auch. Die Kamera ist hinter Freddie Mercury postiert und fängt den Augenblick ein. Ein ganzes Stadion, 80.000 Menschen, die synchron im Takt mitklatschen, die Hände über dem Kopf. Ich habe es schon so oft gesehen, und trotzdem läuft mir wieder und wieder eine Erpelpelle über den Rücken. Was muss Mercury in diesem Moment empfinden? Business as usual? Oder merkt auch er, dass hier gerade etwas Besonderes passiert? Jedenfalls habe ich noch nie gesehen, wie ein einziger Mann eine Masse Menschen so dermaßen im Griff hat.
Das Johlen der Masse wird ekstatisch. Die Gruppe bedankt sich artig, aber Freddie hat noch etwas anderes in Sinn. Er steht mittig und breitbeinig auf der Bühne und schaut herausfordernd auf sein
Volk. „Eeeeeehjooooo“ ruft er, die Faust geballt, in sein Mikro. Die Zuschauer haben verstanden und antworten aus 80.000 Kehlen: „Eeeeehjoooo“. Freddie nimmt diese Schreie entgegen, als würde er in einer ihm entgegenkommenden Schallwelle duschen. Dann wiederholt er seinen Ruf, betont ihn aber am Ende etwas heller. Die Masse skandiert natürlich mit, ich habe mich im „Gilbert’s“ mittlerweile als Westentaschen-Mercury verdingt und gebe brüllend den Takt vor. Witzigerweise machen tatsächlich alle mit. Auch Manni, der mich allerdings etwas verwundert beäugt, wie ich aus den Augenwinkeln mitbekomme. Der echte Freddie Mercury variiert nun seine „Ehjos“. Jedes Mal wird es für das Publikum schwieriger mit dem Mann mitzuhalten, der dieses Singspiel nun mit Lust und Freude durchzieht und die Kadenzen immer länger, komplizierter und schneller abfeuert. Die Menge aber bleibt dabei, sie schafft es, seine Vorgaben nachzusingen. Nach einem besonders langen „Ehjooooooo“, – dessen Echo er mit einer Hand geradezu dirigiert – kommt er dann zum Schluss und beendet die Gesangsstunde mit einem erfreuten „All right.“
Die Masse tobt!
12,95 Euro ISBN 978-3-9808820-6-4 336 Seiten
Mike nippte an seinem Glas – endlich mal in Ruhe einen Sekt zu Hause trinken. An Weihnachten war dies ausnahmsweise ohne Diskussionen möglich. Ansonsten gab es immer belehrende Töne von Manuela, wenn ihm einfach so, mitten in der Woche, nach einem Glas Wein oder einer gemütlichen Flasche Feierabendbier war. „Dabei hat die in den 80ern doch selbst ganz gut getankt", erinnerte sich Mike an seine ersten Jahre mit seiner damals wirklich taffen, hübschen Manu. Seine Kumpels waren alle neidisch auf ihn gewesen, als er mit ihr im „Subway" auftauchte, dem Kölner Jazz- und Diskokeller auf der Aachener Straße. Nicht wenige wollten ihm die „scharfe Braut" ausspannen, gleich mehrere Versuche wurden gestartet … vor allem sein Freund Manni und die Jansen-Zwillinge Jan und Axel taten sich dabei hervor.„Was wohl aus den Jansen-Zwillingen geworden ist?", dachte er jetzt. Anfang der 90er Jahre hatte er sie aus den Augen verloren. Sein Freund Manni hatte irgendwo mal gehört, dass sie nach Neuseeland ausgewandert waren. Vielleicht stimmte das ja, jedenfalls waren sie von der Bildfläche verschwunden. Vielleicht würde er ja mal bei Facebook nachforschen. „Egal, es war ´ne geile Zeit, damals, so ohne Verpflichtungen, Reihenhaus und Kindererziehung … dazu die starke Musik der 80er. Toll!" Aaaaaaahhh!!!!!! Was läuft denn hier ab? Das glaub’ ich nicht! Ich fass’ es nicht! Aber warum stehe ich jetzt hier drin? Ich habe den Rollladen nun ganz hochgezogen und bin baff. Kaum zu fassen, was ich hier sehe! Mein alter Fensterblick, alles liegt vor mir. Der Kirchturm in gefühlter Griffweite, die Birken vor dem Haus, die große Pfarrwiese vor der Kirche, auf der ich so oft Fußball gespielt habe als Kind, der Kirmesplatz und die Hauptstraße, an der ich gewohnt habe. Alles wie früher. Ich glaub´ es nicht! Ich gehe Richtung Ausgangstür und öffne sie. Tatsächlich. Es ist unser alter Hausflur im Mietshaus, in dem meine Eltern und ich damals gewohnt haben. Im Hausflur wurde immer die Zeitung abgelegt, die mein Vater abonniert hatte: der „Kölner Stadt-Anzeiger". Mal sehen … tatsächlich, die Zeitung liegt auf dem Treppenabsatz. Auf leisen Sohlen hole ich sie, schleiche mich wieder in mein Zimmer zurück und öffne die zusammengefaltete Zeitung. Mein Blick fällt auf die Überschrift: „Genscher verteidigt seine Außenpolitik", dann auf die Randnotiz „Reagan will mit Militär gegen Terror vorgehen" … und schließlich auf das Datum! Die Zahlen und Buchstaben springen mir in die Augen und fressen sich in mein Hirn. Dort steht: Samstag, der 13. Juli 1985 mitgesungen, auch ich bin voll dabei … und mit mir all die anderen, die hier in „Gilbert’s Pinte" um mich herum stehen. Eine erste Gänsehaut bildet sich … Während der Song langsam aber sicher ausklingt, steht Freddie Mercury bereits vor seinem Klavier und zeigt mit seinen theatralischen Gesten, was für eine Rampensau er gewesen ist. Die Gitarre Brian Mays geht unter, dafür erklingt der sattsam bekannte Anfang von Radio Ga Ga. Für eine Sekunde fällt mir Lady Gaga ein, die sich bei der Suche nach einem Künstlernamen von diesem Song inspiriert fühlte. Aber was interessiert mich diese überdrehte „Ich-mach-einen-auf-Madonna-in-jung-Else", ich gebe mich lieber weiter Queen hin. Freddie tänzelt inzwischen völlig losgelöst auf der Bühne herum, er nutzt dabei wie fast immer sein en Mikrofonständer, an dem die Füße abmontiert sind Dieses Gerät war ein unverzichtbarer Bestandteil seiner Bühnenshow und wurde als Tambourstock, Luftgitarre, Balanciergerät, manchmal gar als Phallus genutzt. „… And everything I had to know, I heard it on my radio." Der Beginn von Radio Ga Ga, man wippt automatisch mit. Ich schaue mir Mercury genau an. Er trug oder trägt seinen Schnauzbart, der ihm aus meiner Sicht nicht sonderlich steht. Ansonsten hat er eine knallenge, helle Jeans an und oben rum ziert ihn ein weißes Feinripp-Unterhemd mit Rundausschnitt. Insgesamt tritt er modisch gesehen eher minimalistisch auf. In früheren Jahren war das anders, da trug er schon mal eng anliegende Einteiler in riesigen Schachbrettmusterformen. Da war auch eher noch Glam-Rock angesagt. So jedenfalls empfand und empfinde ich das! Das Johlen der Masse wird ekstatisch. Die Gruppe bedankt sich artig, aber Freddie hat noch etwas anderes in Sinn. Er steht mittig und breitbeinig auf der Bühne und schaut herausfordernd auf sein Die Masse tobt!
Ach nee, musste er unwillkürlich leise grinsen. Die Jansen-Zwillinge mit ihren roten Haaren, den vielen Sommersprossen und dem unverschämten Auftreten. Was waren das für schräge Vögel gewesen! Besonders auf der Rollschuhdisco fielen die beiden auf. Das waren regelrechte Akrobaten auf den Roller-Skates und ließen keine Gelegenheit ungenutzt, ihre Umwelt mit ihrem Können zu beglücken. Aber wehe, man traf sie ohne die Roller-Skates an, da verloren sie schlagartig all ihre Attraktivität.
Auch Mike war früher oft in der Rollschuhdisco gewesen, damals Mitte der 80er Jahre, gemeinsam mit den Jansens, Manni und ein paar anderen Kumpels. Er hatte sich zu einem sehr guten Läufer entwickelt, der sogar einige Tricks parat hatte. Besonders die Sprünge lagen Mike, weil er muskulöse Beine hatte und hoch abspringen konnte. Im letzten Sommer war er sogar mit Manu und den Kindern noch mit den Inline-Skatern durch die Gegend gefahren und hatte David und Jeanette mit seiner Laufsicherheit verblüfft. Die Sprünge traute er sich heute nicht mehr zu, erst recht nicht auf Inline-Skatern, die nun einmal anders zu laufen sind als die Roller-Skates.
Moment mal!!!!
„Mike“ Richter ist 44, Abteilungsleiter, Familienvater, Besitzer eines Reihenhauses in einem Vorort in Köln - und reichlich angeödet von seinem bisherigen Leben. An Heiligabend 2010, nach einem erbitterten Ehekrach, fällt er in Ohnmacht und wacht am Vormittag des 13. Juli 1985 in seinem 19jährigen Körper wieder auf.
Mike ist plötzlich zurück in der Zeit der Edwin Jeans und Vanilla Hosen, der pastellfarbenen Lacoste Poloshirts und weißen Tennissocken. Roller Skates waren in, Münztelefone noch lange nicht out und Bob Geldof organisierte das Live AID Konzert in London und Philadelphia, das ausgerechnet an diesem Tag über die Bühne ging.
Über die Bühne ging damals auch die erste Begegnung mit Manu, seiner späteren Frau. Mike hat den Streit mit Manu noch im Kopf und ergreift dieses Mal, beim zweiten Erleben des 13. Juli 1985, seine Chance. Er lässt das Treffen mit Manu sausen und feiert stattdessen mit seinen Jugendfreunden bei Büchsenbier und Chips eine Live AID Wohnzimmerparty. Dann taucht der Ex-Freund von Manu auf und will sie zurück erobern …
Textauszüge